Im Oktober hatte ich ein traumhaftes Pferdefotoshooting die mal wieder deutlich gemacht hat, wie sehr mein Konzept der intensiven Betreuung im Vorfeld und dem Arbeiten ohne Zeitdruck in wundervollen Ergebnissen für die Tiere und ihre Menschen endet.
Meine Arbeitsweise
Meine regulären Shootings dauern von 1,5 bis 2 Stunden. Einige meiner Kunden machen sich zuerst Sorgen, dass das sehr viel Zeit ist. Im Nachhinein ist dann jeder aber mit der Zeitspanne glücklich. Vor allem ist die lange Dauer ein Grund, warum das Shooting entspannend ist. Ich habe genügend Zeit das Vorgehen zu erklären, wir haben Möglichkeiten für Pausen und wir haben auch genug Flexibilität, dass ich individuell auf das Tier eingehen kann und wir Pläne auch ändern, wenn es besser für Hund, Pferd und Co. ist.
Außerdem habe ich ganz viele Kunden vor der Linse, die noch nie vor der Kamera standen und total nervös sind. Die müssen sich erst einmal daran gewöhnen um zu merken, dass sie so ein Shooting mit meiner Anweisung mit links schaffen.
Vor allem hat die lange Shootingzeit aber auch einen Vorteil – bei einem Fototermin können wir die unterschiedlichsten Motive und Stimmungen eingefangen werden. Getreu nach dem Motto „einmal, aber richtig“ entstehen nicht nur Portraits oder Freilauffotos – ich kann dich und dein Tier in all euren Facetten festhalten. Einer dieser Termine, war Nicole, Lutz und Willow.
Ein liebevolles Geschenk einer tollen Stallgemeinschaft

Es gibt Termine, da passt von vornherein einfach alles. Ursprünglich war geplant gewesen, dass Lutz an einem Workshop von mir teilnimmt und hatte von einer tollen Stallgemeinschaft als Dankeschön einen Gutschein dafür geschenkt bekommen. Schon allein das fand ich einfach nur herzerwärmend. Dann entschied er sich aber um, den Gutschein für ein Fotoshooting einzulösen. Da ich inzwischen Wertgutscheine rausgebe, war das auch kein Problem. Geplant war, dass vor allem seine Frau Nicole und Anglo-Araber Willow im Fokus stehen sollten. Wir machten einen Morgentermin aus. Viele Kunden scheuen leider die Termine zum Sonnenaufgang, aber da Nicole für ihren Job normalerweise noch früher aufsteht, musste ich sie glücklicherweise nicht lange überzeugen.
Der Zauber von Fototerminen am Morgen
Frühmorgens weit vor Sonnenaufgang setze ich mich ins Auto Richtung Hammersbach und hatte damit das weitere Highlight. So lustig es klingt, ich liebe es, die A45 Richtung Süden zu fahren. Es ist eine herrlich leere Autobahn ohne Baustellen und meist unsere Route Richtung Urlaub. Vor allem aber zieht sie sich durch eine grandiose, abwechslungsreiche Landschaft angefangen von märchenhaften Felsen, über Heidegebiete zu weiten Wiesen mit alten Bäumen. Jedes Mal hänge ich vor dem Fenster und wünsche mir sehnlichst, dass mich ein Kunde um Alzey, Frankfurt oder Schönbach doch bitte gerne buchen würde, damit ich in der Landschaft Bilder machen kann. Mit Hammerfest, nördlich von Frankfurt, ging ein kleiner Traum in Erfüllung.

Und das Shooting wurde einfach großartig. Schon auf der Fahrt zeigte sich, dass die Wettervorhersage stimmte. Leichter Nebel lag über dem Boden, der Himmel war frei. Am Stall konnten wir, noch bevor die Sonne aufgegangen war, schon die ersten zauberhaften Aufnahmen machen.
Dann kam die Sonne hervor und die Situation war wundervollster, blanker, natürlicher Kitsch. Da Nicole und Willow schon großartig die ersten Aufnahmen gemeistert hatten, kam nun auch Lutz mit dazu und wir machten tolle Familienfotos von den dreien.



Ein Pferd und seine Geschichte – festgehalten in wunderschönen Fotos

Ich liebe es, von meinen Teams vor der Kamera auch die Geschichten zu erfahren und festzuhalten. Willow war selbst gezogen und schon von Anfang an ein Mitglied der Familie. Ich war beeindruckt, was für ein tolles Team er und Nicole waren. Nicht nur der Umgang zwischen ihnen war toll, die beiden hatten sich richtig viel erarbeitet. Ich dufte staunend Foto von dem Ausbildungsrepertoire machen. So wurde mir eine wundervolle Freiarbeit gezeigt (die wir auch für einige Freilaufaufnahmen nutzen). Aber auch am Langzügel und vom Boden aus wurde mir feinster Pferdeumgang gezeigt. Da wir so viel Zeit zur Verfügung hatten, konnten wir ohne Stress die vielen verschiedenen Motive umsetzen, aber zwischendurch auch immer mal wieder Pausen einlegen. Es war auch noch Zeit genug, zwischenzeitlich die Outfits zu wechseln und so ebenfalls noch mehr Abwechslung in die Fotos zu bringen.
Eine wundervolle Vielzahl an Aufnahmen und Erlebnissen



Durch die wechselnde Lichtstimmung, den Klamottenwechsel und die ausführliche Dauer des Fototermins entstand eine wundervolle Vielfalt an Bildern. Fast hat man das Gefühl, dass diese große Varianz bei mehreren Shootings entstanden ist. Neben den wunderschönen Motiven war es für uns alle auch ein wunderbares Erlebnis, mit viel Ruhe und Achtsamkeit diesen Morgen zu durchleben. Wenn mir nicht so viel verschiedenes geboten worden wäre, hätte ich noch ein paar andere Ideen eingebracht, um die Bilder unterschiedlich zu gestalten. Zum Schluss gab es noch einmal den krönenden Abschluss und ich dufte Zirzensische Lektionen in absoluter Harmonie fotografieren.



Glückliche Kunden – und wertvolle Erinnerungen
Lutz und Nicole waren sehr glücklich mit den Fotos. Aber einige Monate später bekam ich die traurige Nachricht, dass Willow an einer Kolik gestorben war. Er war noch kein altes Pferd gewesen und der Tod kam viel zu früh. Die Fotos bekamen dadurch noch mal eine ganz andere, noch wertvollere Bedeutung.

Man kann nie zu früh Bilder von seinem Tier machen lassen. Ich bin so froh, dass die beiden mich kontaktiert hatten und wir diesen wunderbaren Morgen im Oktober nutzen konnten um Willow und die wundervolle Beziehung zu seinen Menschen in Bildern für die Ewigkeit festzuhalten.
Wenn du auch ein wundervolles Shooting mit deinem Tier erleben möchtest, dann schreibe mich doch an und wir planen euer gemeinsames Fotoerlebnis mit wunderschönen Momenten und vielfältigen Ergebnissen.
